Richten und Richtfest


Unsere sehr merkwürdige aber hoch effiziente Technik, zuerst den Dachstuhl in Position aufzubauen und dann den Unterbau darunter zu hängen, dann das gesamte Machwerk abzulassen, so dass es auf seinen eigenen Beinen steht, bewährt sich wieder einmal. So haben wir das bei allen Häusern auf dem Eisenzeitgelände gemacht.
Am anderen Morgen "schwebte" der arme Dachstuhl immer noch ohne Füße in der Gegend herum. Der Countdown lief nun, wenn wir alles bis heute am späten Nachmittag fertig haben wollen. Falls wirklich überfallsartig die Nachbarn mit Richtkrone und Schluck aufmarschieren, muß ja auch die Baustelle einigermaßen shipshape sein. Und 15 Pfosten und zumindest die hinteren Streben sind sportlich!




Ein kleiner morgendlicher Rundgang um das Haupthaus, um einen Eindruck vom Gelände mit neuer Butze drauf zu erheischen...





























Und dann ging es im Akkord. Zum fotografischen Dokumentieren blieb keine Zeit mehr, daher brauchte es Mittagsbesuch, um mit unserer Kamera einfach "draufzuhalten". Da waren bereits 60 % geschafft.






Die Strecke zwischen Gummiwagen und Bau ist inzwischen in einen Acker verwandelt. Gummistiefel und hochgekrempelte Zimmermannshose sind ein merkwürdiger Anblick.





Der Regen der letzten Tage hat uns übel mitgespielt. Torben und Christian müssen zig mal durch diese Pampe. Einer dabei zu Fuß.




Die Arbeit läuft immer gleich ab: Pfosten holen und vor seinem Schacht auf Böcke legen, Abstand zwischen Balken und Grund mit dem Laser messen, den Pfosten auf diese Länge sägen.... Jürgen platziert das Hilfs-Kantholz, an dem der Pfosten angehoben werden wird...












Mit dem Hoflader hebt Torben den Pfosten an...(die Böcke fliegen in die Ecke...)





...und drückt ihn langsam in den Schacht ...


Einbau des ersten Pfostens



...dabei führen Handzeichen von Jürgen für unten und Chris für oben Torben beim Steuern, da er ja kaum etwas sieht da hinten im Lader..




Zapfen einfädeln...würg, ächz..








Das Bild zeigt Christian Schlichting beim Einbau eines Pfostens in die Remise am Eisenzeithaus






...drin ist er! Noch gucken, ob man auch durch's Loch gucken kann...




... Holznagel anspitzen...


Zimmerermeister Torben Altemöller beim Anspitzen eines Holznagels.
Torben Altemöller spitzt einen Holznagel an. In seiner Hand ein leichtes Zimmermannsbeil.






...einölen und einschlagen.










Von diesem Moment an hängt der Pfosten an seinem Holznagel und kann ausgerichtet werden. Das geschieht mit der Wasserwaage.




Steht ganz gut...




..Schließlich kann Jürgen das Hilfs-Kantholz abmontieren, an dem der Pfosten hochgehoben worden ist. während Torben und Christian den nächsten Pfosten holen.










Jürgen


Es ist der letzte der zehn langen Pfosten..



Absägen, Hilfs-Holz anschrauben...





...und einfädeln.











Gelegentlich "bellen" Jürgen und Chris Torben die Richtungen in die Ohren: "Hoch...hoch...vorwärts...Stück zurück!"









Christian Schlichting beim Einfädeln des Zapfens.
Christian Schlichting, links im Bild, und Jürgen Berkemeyer beim "Einfädeln" des Zapfens eines Eckpfostens.








...einer brüllt, der andere benutzt den Zeigefinger (toller Name für dieses Tool!).





Torben murmelt: "Was wollen die denn jetzt...?". Und grinst, weil Christian und Jürgen nur jeweils ihren Part im Blick haben. Jürgen will nicht, daß der Pfosten unten in der Grube die Gründungssteine wegschiebt, Christian will nicht, daß der Pfosten oben verkantet. Da fallen die Worte "vorwärts!" und "zurück!" auch schon mal gleichzeitig.. Torben nimmt's mit Humor. Er hat den Aufbau systematisch bis ins Detail durchgedacht. Und mit der Gabel des Laders kann er eine Briefmarke auf ein Päckchen kleben, ohne es zu zerdrücken. Es kann nicht mehr schiefgehen.




Es ist ein ziemliches Gewürge, bis der Pfosten richtig sitzt.










Doch das Gewürge endet zum Glück immer mit dem Holznagel.





Kurzes Innehalten, um sich zu überzeugen, daß alles gut ist..





Wir bemühen eine Radwinde, um das Gebälk etwas anzuheben, damit wir den Pfosten in seine endgültige Position drücken können..





Uff! Nachdem die Kamera wieder weg ist, schafften wir noch die fünf kurzen hinteren Pfosten und die beiden hinteren Streben, und räumten auf.




Die beiden Erbauer sind erleichtert, es bis hierhin geschafft zu haben. Dabei liegt noch ein großes Stück Arbeit vor ihnen.



Allmählich wird es dunkel. Aber wir müssen ja mit dem "Überfall" der Nachbarn rechnen.




Die Nachbarn sind gekommen, und haben eine prächtige Richtkrone gebaut und angeschleppt! Wir zeigen sie hier nicht, weil es immer jemanden gibt, der nicht gerne öffentlich zu sehen sein will. Maike Schlichting ist für die Gemeinde Ostercappeln, die die Bauherrin ist, gekommen. 

Nun müssen Torben und Christian na klar auch zünftig auf's Dach steigen. Es gilt, die tolle Richtkrone anzunageln. Aber so richtig will das Ding nicht gerade werden...


Richtfest des neuen Gebäudes am Eisenzeithaus. Auf dem Dach stehen Torben Altemöller und Christian Schlichting mit der Richtkrone.
Torben Altemöller und Christian Schlichting setzen die Richtkrone. Dieser Brauch ist uralt.


Schief. Total schief.






Endlich kann das Ding in seiner aufrechten Position angeschraubt werden.




Torben sagt den "Spruch" auf. Es ist ein schöner, alter Brauch.




Die Kameras versagen den Fokussierdienst, weil es schon sehr dämmert.



Torben Altemöller sagt einen uralten Richtspruch der Zimmerzunft. Der Richtspruch bringt dem neuen Haus Glück und Segen.


Die Richtkrone der Nachbarn ist sogar beleuchtet! Eine Woche wird sie nun leuchten...




Trotz kaltem Windhauch ist die Stimmung ausgelassen und alle bleiben noch bis in die tiefe Dunkelheit.
Sogar eine Feuertonne haben sie angeschleppt. Vielen Dank Euch Nachbarn für diese tolle Überraschung!

Morgen ist Samstag. Wir wollen bis Mittag noch die Gruben verfüllen und alles fest rütteln. Am Montag bauen wir dann - ab da wieder nur noch zu zweit - die vier langen Streben ein. Danach wollen wir das Wetter abwarten. In günstigen Phasen machen wir uns an das Dach. 170 Dachlatten und fast 2000 Holzschindeln warten auf uns.



Wir freuen und über Besuch auf der Baustelle. Guckt ruhig mal vorbei...

Wenn alles fertig ist, wird feierlich eröffnet. Das wird toll. Denn dann kommen auch die super Förderer des Projekts und die Vertreter unserer Gemeinde und der Politik. Und dann wollen die Nachbarn "zum Einzug" kränzen!

Also bleibt uns treu, es geht noch richtig was hier...



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